Das wird in Köln 2020 wichtig – der Ausblick aufs Jahr vom Neujahrsplausch

Am 3. Februar 2020 fand der Colabor Neujahrsplausch statt. Wir freuen uns, dass Ihr so zahlreich gekommen seid und bedanken uns bei Euch für diesen bunten Abend! Hier die Doku, in voller Länge.

Wir freuen uns, dass Ihr so Vieles für dieses Jahr plant. Und dass so viele von Euch sich schon so lange und gemeinschaftlich engagieren. Auf dass wir in Köln gemeinsam die Dinge drehen!

Vielen Dank auch an Artrmx e.V, dass wir unsren Neujahrsplausch in Eurem schönen Atelierzentrum veranstalten durften und an Simon Veith für die tollen Fotos!

Hier findet ihr die volle Online-Doku:

Die Ernährungswende in Köln

Immer schon ein wichtiges Thema beim Neujahrsplausch: Wie ernähren wir uns, heute und in Zukunft?

Wer ganz konkret in Köln regionale Lebensmittel kaufen möchte, kann das bei Marktschwärmer Ehrenfeld tun – Dienstagabend online vorbestellen und Donnerstagabend von 17:30 – 19:00 Uhr im EVA, Herbrandstrasse 10 abholen. Und auch in Nippes, Sülz, Südstadt und der Schäl Sick gibt es lokale Marktschwärmereien.

Bei der Regionalwert AG Rheinland beteiligen sich Bürgerinnen und Bürger durch den Kauf von Aktien an der nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft in ihrer Region. Neue Bürgeraktien können interessierte Menschen, Unternehmen und Institutionen bis zum 28.02.2020 zeichnen.

Die Mitglieder bei Bürger machen Landwirtschaft beteiligen sich aktiv am Hofgeschehen des Hellmesehof. Hier könnt ihr Landwirtschaft selber mitgestalten und sehen, was hinter der Gemüsekiste steckt. Noch bis zum 8. März 2020 könnt Ihr Euch mit Anteilen beteiligen.

Mit dabei war auch Clara Dorn vom Ernährungsrat Köln. Sie stellte ihr aktuelles Projekt Setup Food Strip vor, das neue Wertschöpfungsketten der regionalen Land- und Ernährungswirtschaft im Rheinischen Revier auf den Weg bringt: Kohl statt Kohle!

Die Ernährungsinitiativen im Überblick:


Die Verkehrswende in Köln

Besonders schön ist es zu sehen, wenn Pläne aufgehen. Ute Symanski von der Radkomm berichtete vom großen Erfolg der Volksinitiative Aufbruch Fahrrad aus dem Vorjahr: Ein bisher beispielloses Bündnis aus rund 215 Vereinen und Initiativen, fast viermal so viele Unterschriften, wie es gebraucht hätte und ein Fahrradgesetz für Nordrhein-Westfalen.

Voran geht es auch auf der Straße: Die Kidical Mass Köln setzt sich vermehrt für Sicherheit und Fahrspaß beim Radfahren für Kinder und Jugendliche ein. Dieses Jahr wird es am 21./ 22. März für ganz Deutschland parallele Aktionen unter dem Motto Kinder aufs Rad geben.

Die Vision einer Neuen Stadtbahntrasse auf der Inneren Kanalstraße ist eine gemeinsame Initiative von Lisa Schlömer und Martin Herrndorf. im Vergleich zu anderen Plänen für besseren ÖPNV in Köln ist sie schnell und kostengünstig umsetzbar – und hätte eine große Wirkung auf das gesamte Stadtbahnnetz in Köln.

Und auch andere in Köln möchten, dass sich die Verkehrslage ändert. So setzt sich in Deutz ein Team für eine Deutzer Freiheit, die auch autofrei ist, ein (das sich nach dem Tag des guten Lebens 2017 gefunden hat).

Auch Cambio-Carsharing leistet einen Beitrag zur Mobilitätswende. Das “stationsbasierte Carsharing” hilft, den knappen Parkraum besser zu nutzen und zudem Menschen dabei, auf ein eigenes Auto zu verzichtet. Die Initiative wünschte sich von Frau Blome: Endlich, wie im Carsharing-Gesetz möglich gemacht, mehr Stellflächen für geteilte Autos im öffentlichen Raum!

Die Verkehrsinitiativen im Überblick:


Klimaschutz in Köln

Dass Fridays for Future das Thema in 2019 auf die Tagesordnung gesetzt und dass Köln den Klimanotstand ausgerufen hat, war auch beim Neujahrsplausch 2020 sichtbar. Im Gegensatz zu den Vorjahren waren mehrere Initiativen dabei, die Klimaschutz in Köln deutlich konsequenter vorantreiben wollen, als bisher.

Vorne mit dabei ist sicher die Klimawende Köln, die mit einem Bürgerbegehren die RheinEnergie auf 100% Erneuerbare Energie einschwören möchte.

Extinction Rebellion werden 2020 wieder aktiv werden und planen größere Aktionen für Köln.

Direkt auf Fridays for Future nehmen auch die Facilitators for Future Bezug, die ihre beruflichen Skills bei der Begleitung von Individuen und Organisationen in Wandelprozesses verstärkt im Klimabereich einsetzen wollen.

Auch fff.cologne greifen die Proteste auf – und wollen Klimainitiativen mit ihren Filmen und Onlinefeatures in 2020 noch sichtbarer machen.

Schon länger unterwegs sind die Energiegewinner – eine Genossenschaft für Menschen, die selber Solarmodule besitzen wollen.

Das Projekt Schokofahrt Köln zeigt, dass nachhaltige Mobilität und CO2-neutraler Transport möglich ist. Die “emissionsfreie Schokolade” wird mit dem Segelschiff aus Übersee nach Europa geschifft und dann mit Lastenrädern von Amsterdam nach Köln gebracht. Lust mitzuradeln? Die nächste Schokofahrt findet Ostern statt.

Zero Waste Köln e.V. hat viele verschiedene Arbeitskreise, die zum Beispiel Zero Waste Picknicke oder Yoga am Rhein mit gemeinsamer Müll-Sammel-Aktion organisieren. Ein großes Projekt dieses Jahr wird es sein, den NRW-Tag, der diesen Sommer in Köln stattfindet, so müllfrei wie möglich zu gestalten.

Olivér Szabó stellte letztes Jahr auf dem Neujahrsplausch seine neue gegründete Agentur greencentive vor, über die er nachhaltiges Event- und Projektmanagement anbietet. Dieses Jahr stand er gemeinsam mit Dirk Vollmer auf unserer Neujahrsplausch-Bühne und die beiden berichteten von ihrem neu gegründeten nachhaltigen Karnevalsverein, dem KG Grüne Rheinfunken.

Die Klimainitiativen im Überblick:


Soziale Nachhaltigkeit in Köln

Start with a Friend ist ein deutschlandweites Projekt, das Freundschaften zwischen Geflüchteten und Locals fördert. Dabei werden unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Erfahrungen zusammen gebracht. Und auch die Kölner Gruppe von SwaF ist sehr aktiv, sie arbeiten zum Beispiel auch für gemeinsame Kochabende mit Über den Tellerrand zusammen.

Im Rahmen des Menschenrechtsprojekts des Allerweltshaus findet am 6. März in Kooperation mit der School of political Hope die Veranstaltung Shrinking Spaces? – Reclaiming Spaces, statt. Es geht um soziale Bewegungen, die sich ihren Raum nicht nehmen lassen.

Heimatlos in Köln ist für obdachlose Frauen da. Linda Rennings plant unter anderen ein Nähcafé und möchte einen Wagen anschaffen, um besser für die Frauen und ihre Hunde da zu sein.

Die sozialen Initiativen im Überblick:


Nachhaltigkeit in der Kölner Szene – Kunst, Kultur und aktive Stadt(teil)gestaltung

Der Tag des guten Lebens findet dieses Jahr in Mühlheim statt. Anwohner werden ebenso eingebunden wie Vereine und Initiativen aus dem Stadtteil vor Ort. Zum Beispiel unterstützt der Kulturbunker Mülheim das Projekt. Wer mitmachen könnte, ist herzlich aufgefordert, sich einzubringen.
Das hat zum Beispiel Lucie Orgassa letztes Jahr gemacht, indem sie einen Kleidertausch ab Größe 40/42 organisierte – #curvyswap. Und auch für dieses Jahr plant sie Tauschparties.

Der Mehr-als-Wohnen-Pakt Köln des Stadtraum 5und4 e.V. ist ein Bündnis für Gemeinwohlprojekte. Wer sich weiter informieren möchte: Die nächste Veranstaltung findet am Dienstag, den 3. März 2020 um 19.00 Uhr im VHS Studienhaus am Neumarkt statt. Thema wird sein: “Genossenschaftliches Wohnen: Wie neues zeitgemäßes Wohnen aus ‘schwierigen Grundstücken’ erwachsen kann”.

Die Bürger*innen-Interessengemeinschaft Max Becker setzt sich dafür ein, dass die städtebauliche Entwicklung des Geländes an der Widdersdorfer Straße / Maarweg nicht Großinvestoren überlassen wird, sondern aktiv von Bürgern und Bürgerinnen mitgestaltet wird.

Kölle Global organisiert konsumkritische Stadtrundgänge und zeigt Positivbeispiele von Nachhaltigkeit in Köln. Lust, Stadtführer zu werden? Kölle Global freut sich über Engagierte, die sich einbringen möchten.

KLuG – Köln Leben und Gestalten e.V. organisierte das Festival “Gutem Begegnen” und initiiert auch darüber hinaus Projekte im Bereich zukunftsgerechte und partizipative Stadtgestaltung durch die Vernetzung von Vereinen und Kollektiven. Momentan arbeitet der Verein daran, Freiräume in Köln zu identifizieren und freut sich dafür noch über Helfer!

Den Gedanken, eine eigene Bar aufzumachen, haben viele. Trink-Genosse wird das dieses Jahr auch tatsächlich tun. Eine Location auf der Subbelrather Straße wurde schon gefunden und alle, die Teil der Genossenschaft sind, sind Mitbesitzer der Bar. Und können gemeinsam und basisdemokratisch mitentscheiden, wie der Raum genutzt wird: Von der Auswahl der Getränke bis zur Auswahl der Musik.

Und auch der Deutz Dialog will Gespräche und Miteinander fördern und vernetzt Nachbarn untereinander und mit Vereinen, Organisationen und kulturellen Initiativen.

KUMBIG e.V. ist der gemeinnützige Träger für die beiden Bildungseinrichtungen KIK – Kölner Institut für Kulturarbeit und Weiterbildung und KUM & LUK – Kunst und Medien, Leben und Kultur sowie das Online-Portal szene kulturmanagement. In ihrer Gesamtheit dienen die drei Einrichtungen als Kulturgetriebe für die Freie Szene.

Im hinsundkunzt auf der Berrenrather Straße in Köln-Sülz organisiert die Projekt- & Arbeitsgruppe NachHALTigkeit verschiedenene Aktionen, zum Beispiel mit Kleider- und Spielzeugtausch, Fahrzeug-Sharing oder einem offenen Bücherschrank. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich hier melden.

Die Bürgerinitiative Grüngürtel für alle setzt sich für den Erhalt des Grüngürtels als Naturraum ein, denn immer wieder werden verschiedene Projekte geplant, den Park für Anderes zu nutzen und die Grünfläche zu verkleinern.


Nachhaltige Unternehmen & nachhaltiger Konsum in Köln

Nachhaltiger Konsum & nachhaltige Unternehmen in Köln:

Stefanie Gräwe leitet das IGLU Kiss the inuit, in dem viele Workshops und Veranstaltungen für ein nachhaltiges Leben stattfinden. Außerdem hat sie vor, 2020 ein Festival zur Vernetzung von Vereinen, Institutionen und Initiativen die für das Gute sind, für gegenseitige Unterstützung zu organisieren. Wer mitmachen möchte solle sich bei ihr melden!:)
Annika Cornelissen startet im März einer Workshopreihe #lessonforlessfashion zum Thema “Welche Kleidung macht glücklich?” im IGLU und im Herbst an der VHS Köln, wovon sie in ihrem Impuls berichtete.
Im IGLU werden zum Beispiel auch monatlich Tauschparties unter dem Motto #SwapItIGLU organisiert und im IGLU fand übrigens auch Lucie Orgassa’s erster #CurvySwapCologne statt.

Und es ist immer auch schön zu sehen, dass es Unternehmen gibt und sich neue Startups gründen, die nachhaltig wirtschaften und Lösungsvorschläge für Umweltprobleme machen. Sven Witthöft ist einer der Gründer von VYTAL. Das frisch gegründete Unternehmen möchte die Müllproduktion bei To-Go-Essen reduzieren und ein Pfandsystem mit Lunchboxen einführen, die wieder verwendbar sind. Auf das 2020 noch mehr Restaurants mitmachen!

Plastic2Beans bringt Kunstoff-Recycling nach Äthopien und fair gehandelten Direct Trade Kaffee nach Deutschland. Wie genau das funktioniert, könnt ihr Euch auch nochmal in diesem Youtube-Video anschauen.

Burak Icer von Voelkel Natursäfte hat vorgestellt, wie Nachhaltigkeit auch über Jahrzehnte fester Bestandteil eines Unternehmens sein kann, beispielsweise durch die 2011 gegründete Voelkel-Stiftung.

Virtual Reality als Möglichkeit, den Klimawandel erlebbar zu machen? Zum Beispiel als spielerische Bildungsmöglichkeit in Schulen? Diese Idee hat Thomas Pfeiffer beim Neujahrsplausch vorgestellt und sucht dafür noch ein Team – meldet Euch bei ihm, falls ihr euch mitmachen möchtet – #VR4future!


Fazit und Ausblick

Das war’s – der Neujahrsplausch 2020 im Colabor!

Wir sind gespannt auf ein Jahr voll von Klimaschutz, Mobilitätswende und Vielem mehr – gerne natürlich auch in unseren Colabor-Räumlichkeiten beim Co-Working oder unserem Event-Space.

Bei uns selber geht es weiter mit der Vollzeit4Future-Veranstaltungsreihe: Wir wollen die Themen Klimaschutz und Karriere neu zusammendenken und laden euch alle herzlich dazu ein!

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